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Einmal Pfadi - immer Pfadi

1 : 15 oder Wie sich die Zeiten ändern – Teil 2

Die Weltpfadfindertreffen der 50er Jahre bei der CPD im Gau Förde und dem Landesverband Schleswig-Holstein im Vergleich mit heute

Wenn ich die Beteiligung  unseres Stammes an diesen drei  Jamborees Revue passieren lasse, muss ich unwillkürlich an die Zeit zuückdenken, als ich selbst im Jamboree-Alter (14 bis 17 Jahre) war:

1955 fand in Niagara Falls (Kanada) das 8. World Scout Jamboree statt. Ich gehörte damals seit knapp einem Jahr der neu gegründeten CP-Sippe „Blaue Dragoner“ in Schulensee bei Kiel an. Ich erinnere mich schwach daran, das ein junger Pfadfinderkamerad, Peter W., genannt Jippi aus dem Stamm St. Michael aus Kiel-Friedrichsort an dem Weltpfadfindertreffen in Kanada teilnehmen wollte und sollte. Dabei sollte Jippi von den Mitgliedern des nicht kleinen Gaues Förde (Kiel und weitere Umgebung) unterstützt werden. Wir waren aufgefordert in den Gruppen für  Jippis Vorhaben zu sammeln. Was das wirklich gebracht hat, ist mir nicht bekannt. Bemerkenswert ist jedoch, dass die Teilnahme am Jamboree 1955 offensichtlich nur für einen Jungen aus unseren Fördestämmen und wohl auch aus der Landesmark Schleswig-Holstein in Frage kam. Ich selbst habe nie einen Gedanken an die Teilnahme verschwendet. Auch mit dem Gedanken über eine Teilnahme am zusätzlichen Jubiläumsjamboree 1957 in England habe ich nie gespielt. Im Allgemeinen und bei mir zu Hause ließ die wirtschaftliche Lage das einfach nicht zu.

Abschließend vielleicht noch der Hinweis, dass unsere Großfahrten stets so angelegt waren, dass sie möglichst wenig kosteten. Unsere Sippen machten ihre Sommerfahrten häufig in Schleswig-Holstein oder mit dem Fahrrad z.B. von Kiel in die Lüneburger Heide. Zu einer Wanderung im Bayrischen Wald trafen wir uns erst in Passau. Dorthin wurde einzeln oder zu zweit kostenfrei getrampt. Die Anreise mit der Bahn wäre für so manchen von uns damals zu teuer gewesen.In meinen langen und vielfältigen Einbindungen in CP und VCP ist mir ein Interesse an den Internationalen Lagern wie in den letzten 10 Jahren bei uns in Elmshorn vorher nie begegnet.

Autor: Pitt Frauen

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1 : 15 oder Wie sich die Zeiten ändern – Teil 1

Der Stamm Aver Liekers und die Weltpfadfindertreffen 2011, 2015 und 2019

In der Zeit von 2010 bis 2019, das heißt seitdem der VCP Elmshorn zurück in Hainholz ist und er in Pitts Pfadihaus an der Schooltwiete seine neue Pfadi-Heimat gefunden hat, durfte ich als Begleiter und Beobachter der Stammesarbeit eine völlig neue Erfahrung machen. In den sechseinhalb Jahrzehnten meines Pfadfinderlebens habe ich nicht einmal ansatzweise Vergleichbares erlebt oder zur Kenntnis nehmen können. Seitdem wir den neuen Stammesnamen Aver Liekers führen, sind doch tatsächlich 15 junge engagierte Pfadfinderinnen und Pfadfinder des VCP Elmshorn zu Weltpfadfindertreffen, den World Scout Jamborees, in die weite Welt gereist.

Den Start legten 2011 Jessi, Luma und Alexander G. als Teilnehmer des Jamborees in Schweden bei Rinkaby unweit von Kristianstad hin. Ich selbst befand mich mit meiner Frau Ute urlaubsmäßig auf einem Campingplatz bei Ahus (Ostseeküste). Wir hatten dort noch ein Treffen mit Sohn Tim und Enkel Jerome (Jay), die sich auf der Heimreise von einer Lapplandwanderung befanden, verabredet, Natürlich besorgten wir uns Tickets für einen Besuchertag auf dem Jamboreegelände, um uns von dem Zusammenleben der 40.000 Teilnehmer*innen und ihrem tollen Lagerprogramm beeindrucken zu lassen. Für mich alten Pfadfinder war es das erste und vielleicht einzige Mal Jamboreeluft zu schnuppern.

2015 machten sich Diana, Floh, Janne, Laura, Leonie, Nadeja, und Rika als Teilnehmer*innen und Jessi als Helferin im International Service Team (IST) zum Weltpfadfindertreffen nach Japan, rund 1.400 km von Fukushima entfernt, auf. Unsere unglaublich große Gruppe war auf zwei Hamburger Trupps verteilt. Nach der Rückkehr ließen uns die „Weltenbummler“ bei einem gelungenen Repräsentationsabend eindrucksvoll an ihrem Erleben teilhaben.

Die Lust aufs Jamboree war auch 2019 ungebrochen. Aaron, Yuri, Lilli und flummi machten sich als Teilnehmerinnen zum Jam in die USA, West Virginia, auf. Vor dem Lager selbst , fand noch eine Vorfahrt in Kanada statt.

Autor: Pitt Frauen

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In sechs Jahrzehnten immer wieder auf Burg Rieneck

Ein Liebesbrief von Pitt Frauen an die Burg Rieneck.

Am 25. Mai 2019 feierte der VCP das 60-jährige Jubiläum der Burg Rieneck als Pfadfinderburg. 1959 wurde die Burg für die Christliche Pfadfinderschaft Deutschland (CPD) gepachtet. 1967 ging sie durch Kauf in den Besitz der Christlichen Pfadfinder über. Gleichzeitig mit dem Jubiläum beging man den Abschluss der aufwendigen Sanierung. Die Burg erstrahlte in neuem (energetisch optimiertem) Glanz. Da ich in den vergangenen sechs Jahrzehnten immer mal wieder zu verschiedenen Anlässen auf der Rieneck weilte, hätte das Jubiläum eigentlich für mich zum Pflichtprogramm gehört. Die Burg war mir zur Pfadfinderheimat geworden. Ich fühlte mich in den alten Mauern geborgen und wie zu Hause. Leider konnte ich an den Feierlichkeiten nicht teilnehmen, weil wir zu einem Familientreffen in Essen verabredet waren. Der Besuch der Burg wurde aber bereits Anfang Juli des Jahres auf dem Weg zur Radwanderung im Altmühltal bei einem Zwischenaufenthalt in Gemünden am Main nachgeholt.

1961 war ich nach meiner Erinnerung das erste Mal für eine Woche als Teilnehmer einer CP-Soldatenrüstzeit auf der Rieneck. Die frühen Rüstzeiten wurden durch Hermann Schimanski, Militärpfarrer bei der Marine in Flensburg und Kreuzpfadfinder, organisiert und geleitet. Der Burghof war zu der Zeit noch zum Sinntal hin offen (siehe Foto). Das Saalgebäude wurde erst 1976 zwischen Kapelle und dickem Turm errichtet. Im Sommer 1965 arbeitete ich gemeinsam mit meiner Verlobten Ute Imhoff auf der Burg im Rahmen einer Erholungsfreizeit für Jugendliche aus Nordrhein-Westfalen als Betreuer mit. Bei der Vorbereitung des Vorhabens, meine ich, haben wir den Studenten und Pfadfinder Dieter Kiosz aus Elmshorn kennengelernt und dann mit ihm zusammengearbeitet. Um den Jahreswechsel 1968 / 1969 weilten meine Frau Ute und ich zu verschiedenen Lehrgängen auf der Burg. Ich selbst nahm an einem vom Bundesführer Frank-Peter Hopf geleiteten Woodbadgekurs teil, Ute an einem Akelakurs für die Führung von Kindergruppen in der CP. Alten Rundbriefentwürfen konnte ich entnehmen, dass außer uns beiden noch acht junge Menschen mehr aus dem Gau Grafschaft Rantzau an den Bundeskursen auf der Rieneck beteiligt waren. Am 27.12.1968 trafen wir uns kurz nach 10 Uhr in Altona zur Gruppenfahrt mit der Bahn nach Rieneck über Gemünden/Main. Neben den beiden genannten Kursen belegten die Rantzauer auch den Sippenführerkurs B und den Stammesführerkurs. 1969 folgte dann für mich auf der Burg die vielleicht erste Teilnahme an einem Bundesthing. Dem folgten bedingt durch meine Führung der Rantzauer und die Landesführung S-H (1972 – 1977) eine Vielzahl von Bundesratssitzungen und Bundesthings. Auch schulisch zog es mich in einigen Jahren auf die Burg Rieneck. Ich konnte Kolleginnen und Kollegen der Schule Langelohe dafür begeistern, die Abschlussfahrten der 9. Klassen als Rieneck-Aufenthalte zu organisieren. Eine Zeit lang ging es ab 1972 Jahr für Jahr mit zwei großen Reisebussen in den Spessart. Da wir in der Regel mit 90 Schülern und mehr auf der Burg einfielen, waren wir meistens alleinige Gäste und konnten nach Absprache die Hausregeln und Zeiten selbst gestalten. So hieß es immer wieder „Rieneck wir kommen.“ Die Touren waren zwar anstrengend aber auch enorm erfahrungs- und erlebnisreich.

Erst spät bin ich durch Zureden der Horster Michael und Norbert bei den VCP-Treffen 50+ eingestiegen. Auch da hat es mich Anfang September 2015 noch einmal wieder auf unsere Burg geführt. Die Burg Rieneck ist unbestritten nicht nur ein interessantes Bundeszentrum sondern auch ein
Kleinod des Verbandes. Ohne die Rieneck kann ich mir den VCP nur noch schwer vorstellen. Die Liebe zur Rieneck hat sich mit Sicherheit auch schon bei dem einen oder anderen der nachrückenden jungen Erwachsenen entwickelt.

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Verschwenden beenden 1968

Nach der Devise „Verschwenden beenden“ wurde schon im Bundeslager 1968 an der Eckernförde bei Ludwigsburg, dem ersten und einzigem Bundeslager an der See, gelebt. Das Brot war so hart geworden, dass kein Fahrtenmesser mehr beim Zerlegen half. Moppel und Pitt zeigten, dass sich altes Brot hervorragend mit der Säge portionieren lässt. Schaut euch diese Scheiben an!

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Brief von Pitt Frauen an Reinhard Staack

Pinneberg-Thesdorf, 07.01.1968

Lieber Reinhard,
es tut mir furchtbar leid, daß mit unserer Verabredung am 23.12. alles daneben ging. Schuld daran sind die miserablen Verbindungen zu euch heraus. Trotz der weihnachtlichen Erledigungen, die am letzten Tag noch über die Bühne rollen mußten, hatte ich mich auf den Weg gemacht. Da ich keine annehmbare Verbindung ausfindig machen konnte, nahm ich die Linie 3 des Stadtverkehrs Elmshorn zum Gerlingsweg, da auf dem Stadtplan in dieser Ecke groß der Ortsname Horst steht. Daß ich von dort aus jedoch noch 6 bis 7 km bis zur Ortsmitte des eigenlichen Ortes Horst zu marschieren hatte, konnte ich nicht ahnen, sonst hätte ich von unterwegs aus noch telephoniert. Von der Kirche aus begab ich mich dann zum Bahnhof. Das ist ja auch ein ordentliches Ende. Dort erfuhr ich durch einen jungen Mann die Richtung zu Eurem Heim. Angesichts der ungenauen Beschreibung und der fortgeschrittenen Dunkelheit, gelang es mir nicht, Euch aufzustöbern. Ich marschierte noch bis über den nächsten Bahnübergang (Richtung Wrist) hinaus und gab es dann auf. Ich hätte wohl bald rechts abbiegen müssen, nehme ich an. Durchnäßt setzte ich mich bei 18 Uhr herum in den Zug und fuhr wieder heimwärts. Ich glaube, Euch zu der Zeit aus Richtung Heim kommen gesehen zu haben. (Anfangs 3 Radfahrer, dann 2 Mopeds. Viele waren scheinbar nicht anwesend. Na, sicherlich klappt es nächstes Mal besser. Dann werde ich euch mitteilen, wann ich komme.
Jetzt, lieber Reinhard, möchte ich dich nochmals zu unserer ersten Gauführerrunde am 3. Februar um 17 Uhr bei mir im Haus einladen. Ich weiß nicht, ob die Verbindungen für dich günstiger sind. Ab Elmshorn kannst du 15:59 oder 16:19 Uhr fahren. In Pinneberg mußt du in die S-Bahn umsteigen. Thesdorf ist die nächste Station. Hinweisen möchte ich dich noch auf unsere erste Knappen- und Späherprobenstreife am 2./3. März. Überlege bitte bis zur Führerrunde, wer daran teilnimmt. Bis dahin herzliche Grüße und Gut Pfad
Pitt
PS.: Komme bitte ohne Vertreter, schicke ihn aber, wenn du selbst verhindert sein solltest. Manfred Stahmer werde ich noch einladen.